Fachdidaktikzentrum Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung


Fachdidaktikzentrum Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung
Universität Wien
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Lehrplan 84/89

(Gemäß Verordnung der Bundesministers für Unterricht und Kunst  vom 14. November 1984, über die Lehrpläne  der allgemeinbildenden höheren Schulen in der Fassung der Verordnungen BGBl. Nr. 591/1986, 63/1989, 36/1990, 477/1990, 440/1991, 146/1993, 555/1993, 699/1994 und 644/1995.)

 

I. ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN

 

1. Art und Gliederung des Lehrplans

Der Lehrplan der allgemeinbildenden höheren Schule ist ein Lehrplan mit Rahmencharakter, der unterrichtliche Ziele, Inhalte und Verfahren für die Planung und Realisierung von Lernprozessen angibt und die eigenständige verantwortliche Unterrichtsarbeit des Lehrers gemäß den Bestimmungen des § 17 abs. 1 des Schulunterrichtsgesetzes ermöglicht, aber zugleich in ihrem Ausmaß begrenzt.

Anordnung, Gliederung und Akzentuierung des im Lehrplan der einzelnen Klassen angeführten Jahresstoffes einschließlich der Auswahl der notwendigen Beispiele sind der verantwortlichen Entscheidung des Lehrers überlassen. Die angegebene Reihenfolge der Sachgebiete bedeutet, wo sich nicht zwingend aus dem Zusammenhang des Stoffes ergibt, eine Empfehlung. Bei der Stoffauswahl ist neben dem sachlogischen Aufbau auch die Möglichkeit und Notwendigkeit exemplarischer Behandlung zu beachten.

Die Mitwirkung der Schüler und Erziehungsberechtigten gemäß Schulunterrichtsgesetz sind zu beachten.

Der Lehrplan umfasst

Allgemeine Bestimmungen einschließlich der Unterrichtsprinzipien,

Allgemeines Bildungsziel,

Allgemeine didaktische Grundsätze,

Stundentafel,

 

die Lehrpläne der einzelnen Unterrichtsgegenstände, jeweils Bildungs- und Lehraufgabe, Lehrstoff (nach Klassen gegliedert) und Didaktische Grundsätze des Unterrichtsgegenstandes.

 

Die Zielorientiertheit des Lehrplans soll in Wechselwirkung mit der Schülerorientiertheit des Unterrichts den Bildungsauftrag der Schule sichern und Gesichtspunkte der Orientierung über die Unterrichtsarbeit bieten.

 

In diesem Zusammenhang wird auf Z 5 (Schulautonome Lehrplanbestimmungen) hingewiesen.

 

 

2. Unterrichtsprinzipien

Der Schule sind viele Bildungs- und Erziehungsaufgaben gestellt, die nicht einem Unterrichtsgegenstand oder wenigen Unterrichtsgegenständen zugeordnet werden können, sondern nur fächerübergreifend im Zusammenwirken vieler oder aller Unterrichtsgegenstände zu bewältigen sind. Kennzeichnend für diese Bildungs- und Erziehungsaufgaben ist, dass sie in besonderer Weise die Grundsätze der Lebensnähe und Handlungsbezogenheit des Unterrichts und der Konzentration der Bildung berücksichtigen; kennzeichnend für sie ist ferner, dass sie nicht durch Lehrstoffangaben allein beschrieben werden können, sondern als Kombination stofflicher, methodischer und erzieherischer Anforderungen zu verstehen sind; und schließlich, dass sie unter Wahrung ihres interdisziplinären Charakters jeweils in bestimmten Unterrichtsgegenständen oder Teilen von Unterrichtsgegenständen einen stofflichen Schwerpunkt besitzen.

 

Als solche Bildungs- und Erziehungsaufgaben, die auch “Unterrichtsprinzipien“ genannt werden, sind aufzufassen:

1.       Gesundheitserziehung mit dem Schwerpunkt in Biologie und in Leibesübungen;

2.       Erziehung zur Gleichstellung von Frauen und Männern;

1.       Medienerziehung mit dem Schwerpunkt in Bildnerischer Erziehung und Deutsch;

2.       Musische Erziehung mit dem Schwerpunkt in Musikerziehung, in Bildnerischer Erziehung und in Werkerziehung sowie in Deutsch;

3.       Politische Bildung (einschließlich Staatsbürgerlicher Erziehung) und Friedenserziehung mit dem Schwerpunkt in Geschichte und Sozialkunde und in Wirtschaftskunde sowie in Religion;

4.       Interkulturelles Lernen mit dem Schwerpunkt in Geschichte und Sozialkunde, Geographie und Wirtschaftskunde, Deutsch, Lebender Fremdsprache, Musikerziehung und Bildnerischer Erziehung sowie Leibesübungen;

5.       Sexualerziehung mit dem Schwerpunkt in Biologie und in Religion;

6.       Lese- und Sprecherziehung mit dem Schwerpunkt in Deutsch, in den lebenden Fremdsprachen und in Musikerziehung;

7.       Umwelterziehung mit dem Schwerpunkt in Biologie und Umweltkunde sowie in Physik und Chemie;

8.       Verkehrserziehung mit nach Schulstufen wechselnden Schwerpunkten;

9.       Wirtschaftserziehung (einschließlich Sparerziehung und Konsumentenerziehung) mit dem Schwerpunkt in Wirtschaftskunde und in Werkerziehung;

10.   Vorbereitung auf die Anwendung neuer Techniken, insbesondere der Informations- und Kommunikationstechniken, mit nach Schulstufen wechselnden Schwerpunkte;

11.   Vorbereitung auf die Arbeits- und Berufswelt in der 3. und 4. Klasse und in Erweiterung auf das Studium in der 7. und 8. Klasse.

 

Die Umsetzung der Unterrichtsprinzipien im Schulalltag erfordert eine wirksame Koordination der Unterrichtsgegenstände unter Ausnützung ihrer Querverbindungen, den Einsatz geeigneter zusätzlicher Unterrichtsmittel und allenfalls die gelegentliche Heranziehung außerschulischer Fachleute. Für die Umsetzung bieten sich vor allem projektorientierter Unterricht und Projekte an. Die Unterrichtsprinzipien sollen jedoch nicht eine Vermehrung des Lehrstoffs bewirken, sondern zu einer besseren Durchdringung  und überlegteren Auswahl des im Lehrplan beschriebenen Lehrstoffs beitragen. Unterrichtsprinzipien bleiben auch gleichbedeutend, wenn in bestimmten Schulstufen zur selben Thematik eigene Unterrichtsgegenstände geführt werden.

 

3. Integration von informations- und kommunikationstechnischer Grundbildung in die Unterrichtsgegenstände

Die wachsende Bedeutung von neuen Techniken, insbesondere von Informations- und Kommunikationstechniken, im gesamten Leben hat Auswirkungen auf alle Unterrichtsgegenstände und macht die Integration von informations- und kommunikationstechnischer Grundbildung in das Gesamtkonzept, vornehmlich in der 3. und 4. Klasse, einer zeitgemäßen Allgemeinbildung notwendig.

 

In der 3. und 4. Klasse haben alle Unterrichtsgegenstände jene Aspekte informations- und kommunikationstechnischer Grundbildung zu berücksichtigen, die ihrem Fachbereich gemäß den jeweiligen Bildungs- und Lehraufgaben entsprechen. Dabei sind von allen Unterrichtsgegenständen ihre jeweiligen Aspekte beizutragen und den Schülern auch je nach den Gegebenheiten des Unterrichtsgegenstandes Möglichkeiten zu eröffnen, Erfahrungen im Umgang mit Computern besonders durch Übung zu sammeln und auszuwerten. Darüber hinaus sind zur Erzielung einer entsprechenden Gesamtschau informations- und kommunikationstechnischer Grundbildung und einer angemessenen Geläufigkeit im Umgang mit dem Computer in der 3. Klasse eine Einstiegsphase und in der 4. Klasse eine Projektphase oder Projektwoche durchzuführen. Zur Erreichung dieses Zieles sind in allen Pflichtgegenständen (ausgenommen Religion) jeweils die für eine Woche vorgesehenen Unterrichtseinheiten, in der 3. Klasse für die Einstiegsphase längstens bis zum Ablauf der siebenten Unterrichtswoche und in der 4. Klasse für die Projektphase bzw. –woche, zu verwenden. In der Einstiegsphase sind mindestens zwölf Unterrichtsstunden für praktisches Üben am Computer vorzusehen.

 

4. Unterrichtsplanung

Der  Lehrer hat seine Unterrichts- und Erziehungsarbeit auf der Grundlage des Lehrplans eigenständig und verantwortlich zu planen (§ 17 Abs. 1 des Schulunterrichtsgesetzes). Die Entscheidungsfreiräume im Rahmenlehrplan erfordern vom Lehrer

 

1.       Konkretisierung des allgemeinen Bildungsziels, der Bildungs- und Lehraufgaben der

einzelnen Unterrichtsgegenstände und der fächerübergreifenden Lernbereiche (Unterrichtsprinzipien),

 

2.       die Auswahl der Lehrstoffe,

 

3.       die zeitliche Verteilung und Gewichtung der Ziele und Lehrstoffe,

 

4.       die Festlegung der Methoden und Medien des Unterrichts.

 

Die Unterrichtsplanung hat einerseits den Forderungen des Lehrplans bezogen auf eine Schulstufe zu entsprechen und andererseits pädagogisch und didaktisch angemessen auf die Fähigkeiten, Bedürfnisse und Interessen der Schüler sowie auf aktuelle Ereignisse einzugehen.

 

Um die verschiedenen Anforderungen gerecht werden zu können, erfolgt die Planung in zwei Stufen: Jahresplanung und mittelfristige Planungen.

 

In der Jahresplanung, die in den ersten Wochen des Schuljahres zu erstellen ist, erfolgt eine erste zeitliche Anordnung der wesentlichsten Ziele und Stoffbereiche auf der Grundlage des Lehrplans. Die Reihung geschieht nach sachlogischen bzw. lehrgangsmäßigen Gesichtspunkten. Wo dies nicht sinnvoll bzw. notwendig ist, orientiert sich die Anordnung an jahreszeitlichen Gegebenheiten, Querverbindungen der Unterrichtsgegenstände, Schulveranstaltungen, Erfahrungen der Schüler und ähnlichem. Ungefähre Zeitrichtwerte sollen festgelegt werden, wobei auf genügend Freiräume für aktuelle Anlässe, Wiederholungen, Übungen, Differenzierungen und ähnliches zu achten ist.

 

Es wird empfohlen, die Jahresplanung während des Schuljahres durch mittelfristige Planungen zu ergänzen. Nun können die in der Jahresplanung festgelegten Planungsabsichten auf die jeweiligen unterrichtlichen Gegebenheiten und Lernvoraussetzungen der Schüler abgestimmt und konkretisiert werden Mittelfristige Planungen enthalten neben den Zielen und Inhalten eine vorläufige Festlegung der Methoden und Medien.

 

Bei der Jahresplanung und den mittelfristigen Planungen sind entsprechend ihren Erfordernissen zu berücksichtigen:

 

5.       geographische, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Bedingungen einer Region bzw.

Hinweise auf besondere örtliche Gegebenheiten;

 

1.       die Lernvoraussetzungen der Schüler durch entsprechende Maßnahmen der inneren Differenzierung;

 

1.       die Einplanung von Lernzeiten, die dem Schüler ausreichend Raum zur Wiederholung, Festigung und Einübung sichern;

 

1.       die Beteiligung der Schüler in einem ihrem Alter entsprechenden Ausmaß;

 

1.       die Einordnung des Lehrbuches und anderer Unterrichtsmedien.

 

In allen Unterrichtsgegenständen können in der Unterrichtsplanung berücksichtigt werden:

1.       fachbezogener und fächerübergreifender Unterricht,

 

1.       die Gestaltung von Festen und Feiern,

 

1.       Formen der inneren Differenzierung,

 

1.       Schulveranstaltungen,

 

1.       Die Einbeziehung von Eltern und Experten in den Unterricht.

 

Gemeinsame Planungen mit Lehrern des eigenen Unterrichtsgegenstandes oder anderer Unterrichtsgegenstände sind wünschenswert.

 

5. Schulautonome Lehrplanbestimmungen

Schulautonome Lehrplanbestimmungen (§ 6 Abs.1 Schulorganisationsgesetz) eröffnen in dem vorgegebenen Rahmen Freiräume im Bereich der Stundentafel, der durch den Lehrplan geregelten Inhalte des Unterrichts (Lehrpläne der einzelnen Unterrichtsgegenstände), der Lern- und Arbeitsformen sowie der Lernorganisation. Für eine sinnvolle Nutzung dieser Freiräume ist die Orientierung an der jeweiligen Bedarfs- und Problemsituation in der Schule oder in der Klasse an einem bestimmten Schulstandort sowie an den daraus resultierenden Wunsch- bzw. Zielvorstellungen von wesentlicher Bedeutung. Die Nutzung der schulautonomen Freiräume bedarf eines an den Bedürfnissen der Schüler, der Schulpartner insgesamt sowie des schulischen Umfeldes orientierten Konzeptes.

 

Die Freiräume im Bereich der autonomen Stundentafel bieten einzelnen Klassen oder Schulen die Möglichkeit, dem Bildungsangebot unter Beibehaltung des Bildungszieles der allgemein bildenden höheren Schule und des Konzeptes der Allgemeinbildung ein spezifisches Profil zu geben. Ein derartiges profil kann seine Begründung in der Interessens- und Begabungslage der Schülerinnen und Schüler, in den besonderen räumlichen, ausstattungsmäßigen und personellen Möglichkeiten am Schulort, in bestimmten Gegebenheiten im sozialen und kulturellen Umfeld usw. finden. Seine spezielle Ausprägung erfährt das Profil durch entsprechende inhaltliche Erweiterungen und Ergänzungen auf der Grundlage der disponiblen Unterrichtsstunden im Rahmen der Stundentafel für die autonomen Lehrplanbestimmungen. In der 5. bis 8. Schulstufe können auch verbindliche Übungen vorgesehen werden, wenn dies auf Grund des speziellen Charakters des schulautonom geschaffenen Gegenstandes erforderlich ist.

 

Darüber hinaus können im Rahmen einer mehrjährigen Abfolge von Schuljahren Klassen mit besonderer Berücksichtigung eines besonderen Schwerpunktes eingerichtet werden. Derartige Schwerpunkte sind durch besondere Ausprägung der Profilbildung sowie durch zusätzliche Ausrichtung des Angebotes an Freigegenständen und Unverbindlichen Übungen charakterisiert. Mögliche Schwerpunktbildungen können z.B. sein:

 

1.       Fremdsprachenschwerpunkte,

2.       musisch-kreative Schwerpunkte,

3.       naturkundlich-technische Schwerpunkte,

4.       ökologische Schwerpunkte,

5.       Informatikschwerpunkte, gesellschafts- und wirtschaftskundliche Schwerpunkte,

6.       Schwerpunkte zur Gesundheit und Ernährung.

 

Die schulautonomen Lehrplanbestimmungen haben den zur Verfügung stehenden Rahmen an Lehrerwochenstunden und Möglichkeiten der räumlichen und ausstattungsmäßigen Gegebenheiten der Schule zu beachten.

 

Soweit im Rahmen schulautonomer Lehrplanbestimmungen in diesem Lehrplan nicht enthaltene Unterrichtsgegenstände geschaffen werden oder Unterrichtsgegenstände vorgesehen werden, für dieser Lehrplan keinen Lehrstoff enthält, haben die schulautonomen Lehrplanbestimmungen auch die diesbezüglichen Bestimmungen zu enthalten. Sofern durch die schulautonomen Lehrplanbestimmungen ein höheres Stundenausmaß vorgesehen wird, als für den Fall des Nichtbestehens schulautonomer Lehrplanbestimmungen in diesem Lehrplan vorgeschrieben wird, können durch die zusätzlichen Lehrplanbestimmungen zusätzliche Bildungs- und Lehrplanaufgaben, didaktische Grundsätze und Lehrstoffbeschreibungen erlassen werden.

 

Bei der Erstellung schulautonomer Lehrplanbestimmungen sind folgende Gesichtspunkte von grundsätzlicher Bedeutung:

1.       Im Rahmen des Konzepts der Allgemeinbildung ist ein breitgefächertes Bildungsangebot sicherzustellen, das die Vielfalt von Begabungen und Interessen berücksichtigt und zu frühe Spezialisierungen und eine zu hohe Organisationsvielfalt zu vermeiden.

 

2.       Allgemeinbildung schließt eine zu frühe, einengende Ausrichtung an möglichen Schul- und Berufslaufbahnen durch spezielle Vorbereitungs- und Qualifikationsangebote aus. Dies steht nicht im Widerspruch zum Bedarf nach erweiterten und intensivierten Angeboten zu Berufsorientierung und Schullaufbahnberatung.

 

3.       Auf die Bildungsaufgabe der allgemeinbildenden höheren Schule, auf deren Berechtigungen sowie auf Erhaltung der Übertrittsmöglichkeiten ist Bedacht zu nehmen.

 

4.       Bei der Erweiterung des Lernangebotes im Rahmen bestehender Unterrichtsgegenstände hat es sich um eine vertiefende, besondere Interessen und Begabungen der Schülerinnen und Schüler berücksichtigende Erweiterung zu handeln, die nicht Bildungsinhalte anderer Schularten in wesentlichen Bereichen vorwegnehmen darf.

 

5.       Bei der Schaffung von Unterrichtsgegenständen mit interdisziplinären Charakter (Unterrichtsgegenstände, die Lernfelder mit fächerübergreifendem Charakter umfassen, die im Rahmen der sonst angebotenen Unterrichtsgegenstände nicht oder innerhalb eines längeren Zeitraumes nicht systematisch angeboten werden können) ist wegen des gegebenen Zusammenhanges mit bestehenden Unterrichtsgegenständen auf die Vermeidung von Stoffwiederholungen zu achten und sind Entlastungsmöglichkeiten durch eine fächerübergreifende Abstimmung des Lehrstoffangebotes zu nützen.

 

6.       Bei der Schaffung von Unterrichtsgegenständen mit eigenständigem Charakter kommt der Einordnung der inhaltlichen Angebote in das Konzept der Allgemeinbildung und der Unterordnung unter das Bildungsziel der allgemeinbildenden höheren Schule besondere Bedeutung zu.

 

Durch schulautonome Lehrplanbestimmungen kann das im Betreuungsplan für ganztägige Schulformen (Z6).......

 

 

II. ALLGEMEINES BILDUNGSZIEL

Die allgemeinbildende höhere Schule hat die in den §§ 2  und 34 des Schulorganisationsgesetzes Aufgaben zu erfüllen. In diesem Sinne dient sie insbesondere dem Erwerb einer höheren Allgemeinbildung sowie jener Voraussetzungen, welche dazu befähigen, wissenschaftliche Studien aufzunehmen; deshalb haben die Schüler bereits in der Unterstufe ein Lernangebot zu erhalten, das im Hinblick auf den Abstraktions- und Komplexitätsgrad Anforderungen stellt, die eine vertiefte, erweiterte sowie selbständigere Auseinandersetzung mit den Bildungsinhalten ermöglichen. Darüber hinaus werden Möglichkeiten zum Erwerb lebenspraktischer Inhalte und Fertigkeiten angeboten. Beides geschieht durch einen breitgefächerten, jedoch in den einzelnen Formen, Oberstufenformen bzw. Sonderformen jeweils an Schwerpunkten orientierten Kernbereich verpflichtender sowie durch ein Angebot wählbarer Unterrichtsgegenstände und Unterrichtsveranstaltungen. Dabei ist  die gesellschaftliche, kulturelle, wirtschaftliche und technische Realität der Zeit zu berücksichtigen.

 

Die allgemeinbildende höhere Schule soll eine Bildung anstreben, die den ganzen Menschen umfasst, seine intellektuellen und musischen Fähigkeiten ebenso wie seine Gefühlskräfte und körperlichen anlagen, einschließlich einer ethischen Bildung, wobei sie an der Vermittlung von sittlichen, religiösen und sozialen Werten und an der Entwicklung der gesamten Persönlichkeit mitwirkt. Dabei soll die allgemeinbildende höhere Schule den Schüler auch zur Freude an der eigenen Arbeit und Leistung anregen. Die Gewinnung von Kenntnissen, Fertigkeiten, einsichten und Haltungen erfolgt durch die Erarbeitung eines Überblickswissens in Verbindung mit schwerpunktartigem Eindringen in Problemstellungen. So soll die allgemeinbildende höhere Schule zu einem Geschichts-, Kultur- und Umweltbewusstsein im Sinne einer von einseitigen Erklärungsmustern freien Bewertung der Vergangenheit, der Gegenwart wie der Zukunftsgestaltung hinführen.

 

Auf diese Weise soll eine Bildung angestrebt werden, die den Schüler befähigt

 

1.       zur Mündigkeit und zu Verantwortungsbewusstsein sich selbst gegenüber;

2.       zu Verantwortungsbewusstsein gegenüber Mitwelt und Umwelt sowie gegenüber der Nachwelt;

3.       zu den notwendigen Einsichten, grundlegenden Verfahrensweisen und Haltungen als Voraussetzungen wissenschaftlichen Arbeitens;

4.       zu einem Verhalten im täglichen Umgang mit den Mitmenschen, das vom Grundsatz der gleichrangigen Partnerschaft von Frauen und Männern getragen ist.

 

Demnach soll der Schüler insbesondere hingeführt werden

1.       zu einer fundierten Auseinandersetzung mit den Grundfragen nach sinn, aufgaben und Verantwortung der menschlichen Existenz;

2.       zu einer verständnisvollen Auseinandersetzung mit Kunst sowie einer lebendigen Beziehung zu ihren verschiedenen Bereichen durch Entfaltung seines Darstellungs- und Ausdrucksvermögens und seiner Erlebnisfähigkeit;

3.       zu einer grundsätzlichen und anwendungsorientierten Auseinandersetzung mit den neuesten Informations- und Kommunikationstechniken sowie einer sinnvollen Nutzung dieser Techniken;

4.       zu einer persönlichen Werthaltung;

5.       zur Fähigkeit, auf längerfristige Zielsetzungen hinzuarbeiten;

6.       zum Vermögen einer kritischen Selbsteinschätzung und ständigen Weiterbildung;

7.       zu einer Persönlichkeits- und Sinnfindung.

 

Ebenso soll der Schüler insbesondere hingeführt werden

1.       zu einem Österreichbewusstsein, das sich mit europäischer Gesinnung und Weltoffenheit verbindet;

2.       zur Bereitschaft, sich für den demokratischen, sozialen, am Grundsatz der Freiheit orientierten Rechtsstaat aktiv einzusetzen;

3.       zur Bereitschaft, für sich nach immer wieder neu zu begründenden Lösungen der Spannungen zwischen persönlicher Freiheit und sozialer Verantwortung zu suchen;

4.       zur Bereitschaft zu Kommunikation und Kooperation;

5.       zur Bereitschaft zu kritischer Toleranz und Verständigung;

6.       zu interkultureller Bildung mit den Dimensionen der Lernbereitschaft, Verständnis und Achtung für kulturelle, sprachliche und ethnische Vielfalt; all dies gilt sowohl für das Verhältnis der österreichischen Mehrheitsbevölkerung zu den österreichischen Volksgruppen, den Arbeitsemigranten, den Flüchtlingen, den Gästen usw. als auch im Verhältnis der einzelnen Gruppen zueinander;

7.       zu kritischer Auseinandersetzung mit Ethno- und Eurozentrismus, Vorurteilen und Rassismus;

8.       zur Festigung seiner sprachlichen, kulturellen Identität;

9.       zu gesteigertem Interesse für fremde Kulturen sowie zur Auseinandersetzung mit Formen des Nebeneinander, Miteinander und der Mischung von Kulturen,

10.   zur sozialen Haltung dem einzelnen wie der Gesellschaft gegenüber und zur Bereitschaft aus sozialer Verantwortung anderen zu helfen sowie von sich selbst Leistungen zu verlangen;

11.   zu sachgerechten Einstellungen, Urteilen und Planungen;

12.   zur Bereitschaft, Ursachen und Auswirkungen tradierter geschlechtsspezifischer Benachteiligungen zu reflektieren und aus der gewonnenen Erkenntnis ein Verhalten zu entwickeln, mit dem ein Beitrag zur Gleichstellung von Frauen und Männern geleistet werden kann.

 

Insbesondere soll der Schüler befähigt werden,

5.       Sachverhalte und Probleme in ihrer Vielschichtigkeit, ihren Ursachen, Zusammenhängen und Folgen zu erfassen sowie ihre Verbindung mit anderen Sachverhalten und Problembereichen zu erkennen;

6.       zu exakter Beobachtung und Wahrnehmung;

7.       zu logischem und kritischen Denken, klarer Begriffsbildung, sinnvoller Fragestellung sowie kontrollierter Abstraktion und Verallgemeinerung;

8.       zu differenziertem mündlichem wie schriftlichem Ausdrucksvermögen, die zur Beschreibung und Begründung konkreter wie abstrakter Sach- und Denkverhalte erforderlich sind;

9.       Informationsquellen sachgerecht zu nutzen, aus Informationen auszuwählen, intentionsgerecht zu argumentieren und Manipulation zu erkennen;

10.   grundlegende Lern- und Arbeitstechniken sowie zumindest in Ansätzen Einsichten in grundlegende wissenschaftliche Verfahrensweisen und Denkvorstellungen anwenden zu können;

11.   systematisch und planvoll – selbständig sowie in der Gruppe – zu arbeiten.

 

 

III. ALLGEMEINE DIDAKTISCHE GRUNDSÄTZE

 

Gemäß § 17 Abs. 1 des Schulunterrichtsgesetzes hat der Lehrer die Aufgaben der österreichischen Schule in eigenständiger und verantwortlicher Unterrichts- und Erziehungsarbeit zu erfüllen. Die allgemeinen didaktischen Grundsätze sollen ihm in diesem Zusammenhang Hilfe und Orientierung bei der Planung, Gestaltung und Kontrolle dieser Unterrichts- und Erziehungsarbeit unter Berücksichtigung der folgenden Gesichtspunkte sein:

 

12.   Vermittlung des Lehrstoffes entsprechend dem Stand der Wissenschaft;

13.   Anstreben einer gemeinsamen Bildungswirksamkeit aller Unterrichtsgegenstände;

14.   anschauliche und gegenwartbezogene Gestaltung des Unterrichts;

15.   Anleitung der Schüler zur Selbständigkeit und Mitarbeit in der Gemeinschaft;

16.   Hinführung der Schüler zu den ihren Anlagen entsprechenden, nach Möglichkeit besten Leistungen;

17.   Sicherung des Unterrichtsertrages, als Grundlage weiterer Bildung durch geeignete Methoden, den zeitgemäßen Einsatz von Unterrichtsmitteln und entsprechende Übungen.

 

In der Gewichtung, Strukturierung und Anordnung der in den Lehrplänen vorgeschriebenen Lerninhalte ist viel Gestaltungsraum gegeben, der im Sinne der angeführten Gesichtspunkte zu sorgfältiger Analyse und Planung, zu einfallsreicher und überlegter Unterrichtsgestaltung sowie zu selbstkritischer und verantwortungsbewusster Kontrolle sowohl der eigenen Tätigkeit als auch der Leistungen der Schüler verpflichtet.

 

Die im folgenden angeführten Hinweise für Unterrichtsplanung und Unterrichtsrealisierung erfassen einzelne Dimensionen des komplexen Phänomens “Unterricht“ und sind als solche weder unmittelbar anzuwendende Anweisungen noch ein Beurteilungsraster für die Unterrichtsarbeit es Lehrers.

 

1.       Didaktische Analyse- Planung und Vorbereitung

Gewichtung, Strukturierung und Anordnung erfolgte zumeist auf der Grundlage persönlicher Überlegungen und Erfahrungen, der Kontakte mit Fachkollegen und der Beschäftigung mit Lehrbüchern und Fachliteratur. Sie sollen dabei nicht Ergebnis individueller Gewohnheit oder unreflektierter Fachpraxis sein. Vielmehr sind die Lerninhalte immer wieder daraufhin zu befragen, was ihre Behandlung im Unterricht im Sinne der allgemeinen, fächerübergreifenden und fachspezifischen Bildungs- und Lernziele leistet und unter welchen Umständen und Bedingungen sie der Erreichung dieser Ziele dienstbar gemacht werden können. Die Bildungs- und Lernziele, die Lerninhalte und ihre Behandlung im Unterricht sind in engstem Zusammenhang zu sehen.

 

Die folgenden didaktischen Grundsätze gelten sinngemäß jeweils sowohl für die Planung der einzelnen Unterrichtsstunde als auch einer ganzen Unterrichtssequenz bzw. eines ganzen Unterrichtsjahres.

 

Gewichtung von Lerninhalten

Lerninhalte sind hinsichtlich ihres Bildungswertes nicht vornherein als gleichwertig zu betrachten. Als Kriterien für die Gewichtung von Lerninhalten bieten sich insbesondere folgende Gesichtspunkte an:

1.       Bedeutung für das Erreichen der fachspezifischen und fächerübergreifenden Bildungs- und Lernziele sowie der allgemeinen Bildungsziele;

2.       Altersgemäßheit und Anschaulichkeit der Lerninhalte selbst sowie ihre Aktualität auf Grund der Unterrichts- und Klassensituation;

3.       Schwierigkeitsgrad (Abstraktionsniveau, Komplexität; notwendige fachliche Voraussetzungen);

4.       Bedeutung im Hinblick auf andere, wichtigere Stoffgebiete (Hilfsfunktion);

5.       Möglichkeit zu fächerübergreifender Bildungsarbeit.

 

Formulierung von Feinzielen für die Unterrichtsarbeit

Für die Planung des Unterrichts ist es auch notwendig, sich Rechenschaft darüber zugeben, welche Ziele eigentlich erreicht werden sollen und ob sich diese Ziele im Sinne der oben angeführten Kriterien begründen lassen.

 

Klarheit und Verständlichkeit in der Zielsetzung

1.       Erlauben es, Bildungswert und Lehrplangemäßheit des Unterrichts zu überprüfen;

2.       Ermöglichen eine bessere Motivation der Schüler;

3.       Bieten eine verlässliche Grundlage für die Stellung von Aufgaben zur Leistungsbeurteilung.

 

Strukturierung und Anordnung von Lerninhalten

Für die Unterrichtsplanung ist es notwendig, sich die Struktur von Lerninhalten mit aller Deutlichkeit bewusst zu machen. Nur so ist es möglich festzustellen, welche Voraussetzungen vom Stoff bzw. vom Schüler her gegeben sind, welche Anforderung ein Lerninhalt an den Schüler stellt, welche Lernschritte notwendig sind. Die Darstellung der wichtigsten Einzelgesichtspunkte muss jeweils den fachspezifischen didaktischen Grundsätzen vorbehalten bleiben.

 

Eine Abfolge von Unterrichtssequenzen soll nicht aus mehr oder weniger beziehungslos aneinandergereihten Stoffgebieten bestehen, sondern eine in sich strukturierte Einheit darstellen, die gleichzeitig in das Ganze des Bildungsganges integriert ist Das ständige Anknüpfen an vorhandene Kenntnisse und Erfahrungen, die Verwertung von Arbeitstechniken und erworbenen Fertigkeiten und Fähigkeiten, die Aktivierung gewonnener Einsichten sowie der Ausblick auf andere Unterrichtsgegenstände haben große motivierende Kraft und helfen den Unterrichtsertrag fördern und sichern.

 

2.       Unterrichtsgestaltung- Erarbeitung und Verarbeitung

Unterricht soll keineswegs eine bloße ‚Abfolge von Lehrervortrag und Leistungsfeststellung sein, sondern es sollen vielfältige Formen der Verarbeitung von Lerninhalten geübt werden. Dies soll sicherstellen, dass das Interesse der Schüler angesprochen wird und diese den Stoff nicht bloß reproduzieren, sondern mit größtmöglicher Selbständigkeit beherrschen. Eine entsprechende Erarbeitung und Verarbeitung von Lerninhalten soll ferner zur Förderung des Problembewusstseins und der Erlebnisfähigkeit sowie der Entfaltung  der schöpferischen Kräfte beitragen. Schließlich soll die Art der Unterrichtsgestaltung die Entwicklung von Haltungen und Einstellungen gegenüber Mitmenschen, Problemen und Sachverhalten fördern.

 

Lernvorgänge – Lehr- und Lernformen

Wichtig sind insbesondere

1.       der motivierende Einstieg (Wecken von Interesse, Ausgehen von aktuellen Anlässen);

2.       das Anknüpfen an Bekanntes und das Aktivieren von Kenntnissen und Einsichten;

3.       die richtige Reihenfolge der einzelnen Lernschritte (vom einfachen zum Komplexen, vom Typischen und Wichtigen zum Sonderfall; Festigung eines Bereiches vor dem Fortschreiten zu einem anderen);

4.       sachlogisch angemessene Lehr- und Lernverfahren;

5.       der Einsatz neuer Informations- und Kommunikationstechniken (Anwendung des Computers);

6.       das Gewinnen bzw. Anwenden von Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten bei Schulveranstaltungen;

7.       projektorientierter Unterricht;

8.       in den obersten Klassen das Hinführen zu wissenschaftlichen Arbeitsweisen.

 

An Lernaktivitäten kommen insbesondere in Betracht:

1.       Zuhören, Lesen, Vortragen; in den Fremdsprachen:   

        (Nach-)Sprechen;

2.       Ergänzen von Textvorlagen, Einsetzübungen;

3.       Hervorheben von Wichtigem in Texten und Büchern, stichwortartiges Mitschreiben (zunächst unter Anleitung und Kontrolle);

4.       Wiedergabe von Gehörtem und Gelesenem;

5.       Einüben von Fertigkeiten zunächst anhand ähnlicher Aufgabenstellung, fortschreitend zu immer freierer Anwendung;

6.       Beobachten und Schließen (Erkennen und Beschreiben von Vorgängen, von Gesetzmäßigkeiten, und Anomalien, Gleichheit und Unterschied, Parallelität und Kontrast, Analogie, Ursache und Wirkung, Zusammenwirken von Faktoren, Zusammenhang  von Inhalt und Form);

7.       Erkennen von Problemstellungen, Formulieren von Fragen und Hypothesen;

8.       Verwenden und Auswerten von Informationsquellen verschiedener Art;

9.       Entwickeln von Verfahrensweisen zur Lösung von Problemen bzw. zur Überprüfung von Hypothesen;

10.   Anwenden von Kenntnissen und Fertigkeiten in Routinesituationen;

11.   Anwenden von Kenntnissen und Fertigkeiten in neuen Situationen (z.B. auch bei Schulveranstaltungen),

12.   vorbereitendes häusliches Studium (z.B. Lesen von literarischen Texten), wobei zeitliche Belastung und Schwierigkeitsgrad zu beachten sind.

 

Sozialformen des Lehrens und Lernens, Merkmale richtigen Lehrverhaltens

13.   Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit;

14.   Unterrichtsgespräch, Schülergespräch, Diskussion und Debatte;

15.   Lehrerfrage, Lehrerimpuls und Lehrervortrag.

Dabei sind besonders zu beachten:

1.       eine sorgfältige, klare und übersichtliche Sprache, die hinsichtlich Wortwahl und Art der Darstellung auf Alter und Kenntnisstand der Schüler Rücksicht nimmt;

2.       ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Lehrer- und Schüleräußerungen;

3.       sachlogisch richtige Erläuterungen, Fragestellungen und Arbeitsaufträge, die mit den Zielen, Inhalten und Methoden des Unterrichts in Einklang stehen und wiederholt abrufbar sind;

4.       Anregen zu einem möglichst hohen Ausmaß an Selbsttätigkeit der Schüler durch aktivierende Impulse, positive Verstärker, gezielte Hilfestellungen, hohe Beteiligung möglichst vieler Schüler usw.;

5.       Variieren der Lehr- und Lernformen sowie der Sozialformen des Unterrichts;

6.       Eingehen auf die Individualität des einzelnen Schülers;

7.       Anschaulichkeit durch vielfältigen Einsatz der zur Verfügung stehenden Unterrichts- und Arbeitsmittel.

 

Differenzierung

Die Differenzierung im Unterricht soll die Schüler sowohl vor Überforderung als auch vor Unterforderung schützen. Differenzierungsmaßnahmen umfassen alle methodisch-didaktischen Bemühungen, die darauf abzielen, den individuellen Begabungen, Fähigkeiten, Neigungen, Bedürfnissen und Interessen einzelner oder mehrerer Schüler gerecht zu werden. Sie sind im Rahmen der inneren Differenzierung vorzunehmen.

 

Innere Differenzierung ist die nicht vorn vornherein festgelegte Form der Lerngruppen innerhalb einer organisatorisch festgelegten Einteilung der Schüler (Schülergruppe). Die damit verbundenen Unterrichtsformen reichen von der Einzel- und Partnerarbeit bis zu den vielfältigen Möglichkeiten der Gruppenarbeit. Innere Differenzierung kann nach Lernzielen, Lernzielreihenfolge, Lernzeit, Unterrichtsverfahren, Unterrichtsstoffen und Unterrichtsmitteln erfolgen.

 

3.       Sicherung und Kontrolle des Unterrichtsertrages

Sicherung des Lernertrages

Der Sicherung des Lernertrages dienen Maßnahmen im Unterricht (Wiederholen und Anknüpfen, Üben, Anwenden, Herstellen von Querverbindungen, ständiges Aktivieren der Schüler)und Hausübungen

 

Gemäß § 17 Abs. 2 des Schulunterrichtsgesetzes sind Hausübungen so vorzubereiten, dass sie von den Schülern ohne Hilfe anderer durchgeführt werden können. Auf die Belastbarkeit der Schüler, auch unter Berücksichtigung der anderen Unterrichtsgegenstände, ist besonders Bedacht zu nehmen.

 

Erfüllung des Erziehungsauftrages

Wichtige Faktoren bei der Erfüllung des Erziehungsauftrages sind ein richtiges Verhalten des Lehrers und die zweckmäßige Wahl und erfolgreiche Anwendung verschiedener Sozialformen des Unterrichts.

 

Besondere Bedeutung kommt weiters folgenden Faktoren zu:

8.       der Glaubwürdigkeit des Lehrers, was seine Arbeitseinstellung und sein mitmenschliches Verhalten betrifft;

9.       der Fairness, Gerechtigkeit und Konsequenz des Lehrers in Unterrichtsführung und Behandlung der Schüler;

10.   dem ausgewogenen Verhältnis von emotionaler Wärme (z.B. Freude über Erfolge der Schüler) und angemessener Distanz statt autoritärem Verhalten und Missgunst bzw. Anbiederung oder Forderung nach Identifikation;

11.   dem Aufbau eines Vertrauensverhältnisses zwischen Lehrer, Schüler und Eltern.

 

Kontrolle der Lehr- und Lernarbeit

Auch für die Kontrolle der Lernarbeit wie die wirkungsvolle Selbstkontrolle des Lehrers ist ein vertrauensvolles Klima ebenso Voraussetzung wie ein Unterricht, der den Schülern immer wieder die Anwendung von Kenntnissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten abverlangt.

 

Der Lehrer soll seinen Unterricht immer darauf überprüfen,

12.   ob dieser interessant und motivierend ist;

13.   ob er Überforderung oder Unterforderung der Klasse vermeidet;

14.   ob alle Schüler aktiviert werden;

15.   ob die Zielsetzungen im Sinne der übergeordneten Bildungsziele erreicht werden;

16.   ob die Strukturierung und Anordnung der Lerninhalte sachlogisch richtig, den Bildungs- und Lernzielen und den übergeordneten Bildungszielen entsprechend und für die jeweilige Klasse angemessen ist.

 

Möglichkeiten zu dieser Überprüfung als Selbstkontrolle des Lehrers sind

1.       Fragen zur Überprüfung der Aufmerksamkeit und des Verständnisses, auch unter Anknüpfung an kurz vorher Besprochenes;

2.       Aufgaben zur Anwendung des Gelernten;

3.       Beobachtung der Schüler bei der Lösung von Aufgaben im Einzel-, Gruppen- oder Partnerarbeit;

4.       Kontrolle der häuslichen Arbeit.

 

 

IV: STUNDENTAFELN

1. Unterstufe (Die Stundentafeln für die Unterstufe (Sekundarstufe I) sind bereits dem neuen Lehrplan 99 zugeordnet [K.E.])

 

2. Oberstufe

1.       Pflichtgegenstände

       Gymnasium

       Realgymnasium

       Wirtschaftskundliches Realgymnasium

 

     b) Wahlpflichtgegenstände

 

bearbeitet von K. Edel