Fachdidaktikzentrum Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung


Fachdidaktikzentrum Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung
Universität Wien
Berggasse 7
A-1090 Wien
Tel.:+ 43 1 4277 40012

Das zirkuläre Modell der Didaktik



von Prof. Alois Ecker

Unterricht ist ein komplexes soziales Geschehen. Schulische und universitäre Lehre findet stets mit konkreten Personen statt. In der Mehrzahl der Fälle unterrichtet die Lehrerin bzw. der Lehrer eine Gruppe von Personen, nur selten Einzelpersonen.

Für eine/n Lehrende/n, welche/r eine Unterrichtsstunde plant, ist es daher sinnvoll, sich neben den fachlichen Aspekten ausreichend mit den sozial-kommunikativen Aspekten des geplanten Unterrichtsvorhabens zu beschäftigen.

Das Zirkuläre Modell ermöglicht eine adäquate Darstellung der Komplexität des Lernprozesses. Es wurde in langjähriger Reflexion der Erfahrungen meiner Arbeit In der fachdidaktischen Ausbildung entwickelt. Sein Potential liegt sowohl in der möglichen Beschreibung des Lernprozesses, als auch in seiner Funktionalität für die Unterrichtsplanung. Das Zirkuläre Modell nennt sieben Faktoren, welche wechselseitig bestimmend Einfluss auf den Unterrichtsprozess nehmen:

  • Die Adressatenanalyse
  • Die Zielsetzung (en) der Akteure
  • Das Thema (der Inhalt, Content)
  • Die Kommunikationsstruktur/ Lernorganisation (Methoden und Medien)
  • Die Überprüfungen und Anwendungen
  • Die Rückkoppelung (feed back)
  • Die Selbstreferenz und die (Selbst-)Reflexion des Systems.


Jeder dieser sieben Faktoren ist bedeutsam für den Lernprozess. Wird ein Faktor verändert bzw. neu bestimmt, verändert das auch die Wahrnehmung der anderen Faktoren.